Hallo Stuttgart, kennt Ihr zufällig demokratische Menschen, die zufällig morgen tagsüber demokratische Dinge tun, wie Plakate für die nächste Demo malen oder sowas?
Dann würde ich evtl. gerne fürs SWR Programm mit Euch über die Auswirkungen der LTW Sachsen-Anhalt reden.
Anderswo in Baden-Württemberg ginge auch, nehme Hinweise entgegen! 🔃
Journalismus schuldet niemandem Reichweite. Pressefreiheit bedeutet das Recht, Menschen zu befragen, nicht die Pflicht, jedem ein Mikrofon hinzustellen
Interviews können legitimieren. Schon die Inszenierung eines normalen politischen Gesprächs kann vermitteln: Das ist einfach eine weitere Position im demokratischen Meinungsspektrum. Bei Akteuren, die demokratische Institutionen oder Menschenrechte beseitigen wollen, kann genau diese Normalisierung relevant sein.
Die journalistisch interessante Information ist häufig anders beschaffbar. Programme, Reden, interne Dokumente, Gerichtsurteile, parlamentarische Vorgänge, Social-Media-Beiträge und Aussagen ehemaliger Mitglieder können aufschlussreicher sein als die Selbstdarstellung eines Funktionärs.
- einfache Regel: Man gibt die Aussagen eines Menschen, der einer rechtsextremen und verfassungsfeindlichen Partei anhängt, nicht uneingeordnet wieder.
In ganz kurz: Man spricht nicht mit Nazis. Man verbreitet ihre Ansichten nicht. Es sind keine "Meinungen" - es hat System.
.... und ich ärgere mich sehr, dass Sie ihre Anfrage nicht genauer präzisiert haben. Es wird Menschen geben, die es geteilt haben und sich nun hintergangen fühlen, eben weil Sie genau das getan haben.
Der ÖRR tut sich mit dieser Normalisierung des Unfassbaren keinen gefallen... es sei denn, dass genau dies beabsichtigt ist.
@nocci Das Problem ist mir bekannt. Im Artikel und in der Moderation innerhalb der Sendung findet sich die Einordnung, dass die AfD in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuft ist. Wie ich anderswo hier schon geschrieben habe, haben wir den Auftrag, alle relevanten und nicht verbotenen politischen Positionen darzustellen. Ich habe ganz bestimmt nicht vor, jemanden zu hintergehen - ich mache meine Arbeit, so gut es mir möglich ist.
Das glaube ich ihnen, dass das versucht wird. Dennoch zwingt niemand Journalist:innen ein Interview mit Anhänger:innen einer rechtsextremen Partei zu führen.
Sie können es wie erwähnt aus anderen Quellen nutzen. Jedes Interview mit Rechtsextremisten dient lediglich einer Normalisierung - und wenn es das ist, was wir aus der Geschichte gelernt haben, dann können wir alle einpacken.
Ich persönlich hatte den Aufruf geteilt und ich ärgere mich, auch wenn ich schon vermutet habe, dass es genau darauf hinauslaufen wird und ich dennoch gehofft habe, dass es nicht so käme.
@nocci Ich stimme da nicht zu, denn wenn ich es so machen würde, würde ich in dem Beitrag eine Position eindeutig benachteiligen Das ist von Ihnen viell. gewünscht, aber in dem Fall nicht meine Aufgabe. Jetzt kann man natürlich viel über false balance streiten, aber ich würde schon ein bisschen auch einfordern wollen, dass sich Zuschauer*innen ihre eigene Meinung bilden können und ich da nicht oder möglichst wenig beeinflusse, sondern im Idealfall nur Informationen/Eindrücke liefere.
Wenn sich alle Zuschauer:innen eine elaborierte Meinung aufgrund von Fakten und zweifelsfreien Informationen bilden könnten, dann hätten wir in LSA nicht so ein Wahlergebnis und bundesweit eine ähnliche Tendenz.
@nocci@funkvolk Puh, hab mir den Beitrag in voller Länge angesehen. "Beide Seiten scheinen sich einig zu sein: es muss sich was ändern". Starker Tobak. Faschisten und Demokraten sind sich einig: Es muss sich was ändern. "In welche Richtung es geht, ist offen". Wow. So sieht also öffentlich rechtlicher Rundfunks als Bollwerk gegen Faschismus auf deutschem Boden aus? Auweia. Ach, Du machst nur Deinen Job? Echt, diesen AfDler so zum Aufhänger zu machen ist unnötige Normalisierung
Die Aussage, dass das Publikum sich selbst eine Meinung bilden könne, ist mir lange bekannt, u.a. von einer öffentlichen Diskussion mit Jörg Schönenborn.
Das Problem ist und bleibt, dass Journalismus, insbesondere öffentlich-rechtlicher Journalismus, in seinem Kern explizit kein Nacherzählungsapparat ist. Sondern einen journalistischen Kernauftrag garantiert, verankert im Medienstaatsvertrag.